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Pflegestelle – was kommt auf mich zu?

Zu unseren wichtigsten Helfern gehören ganz klar auch unsere Pflegestellen. Ohne sie wäre die Vermittlung vieler Hunde in ein schönes Zuhause gar nicht möglich, denn natürlich möchten die meisten Interessenten ihren zukünftigen Gefährten erst einmal kennen lernen, bevor er bei ihnen einzieht. Und wer schafft es schon, dafür nach Rumänien zu fahren.

Für uns bietet die Pflegestelle die nötigen Rahmenbedingungen, um einen Hund besser einschätzen zu können, als uns das während seines Aufenthalts im Tierheim möglich war. Wie verhält er sich gegenüber Kindern? Und wie sieht es mit Katzen aus? Kann er schon an der Leine gehen? Ist er stubenrein? Bleibt er auch einmal eine Weile alleine zuhause? Ist er ein Sensibelchen oder eher ein fröhlicher Draufgänger? Diese und noch viel mehr Fragen sollte man beantworten können, um für ein Tier den richtigen Platz zu finden. Unsere Hundepflegeeltern helfen uns dabei. Für unsere Hunde sind die Pflegestellen ein Sprungbrett in ein ausgefülltes Hundeleben. Sie finden in ihren Pflegeeltern meist die ersten richtigen Bezugspersonen. Oft haben sie schreckliche Dinge erlebt, bevor sie ins Tierheim kamen und erhalten nun endlich die Möglichkeit, sich in einem richtigen „Nest“ mit Familienanschluss von ihren körperlichen und seelischen Strapazen zu erholen. Für die Pflegestelle bedeutet jedes Pflegetier eine neue Begegnung, eine gemachte Erfahrung, eine gewonnene Freundschaft.

Vor ihrem ersten Einsatz als Pflegestelle stellen sich den meisten Interessierten zunächst einige Fragen, die wir nachstehend zu beantworten versuchen.

Wie sieht diese Aufgabe eigentlich aus?

Sie nehmen einen Hund aus unserem Tierheim in ihrem Zuhause auf. Sie kümmern sich um das Tier und bringen ihm schon einmal die wichtigsten Dinge bei, die ein Familienhund kennen muss. Wenn der Pflegling sich etwas eingewöhnt hat, ist es wichtig, möglichst viel mit ihm zu unternehmen, ihm seine Umwelt zu zeigen und ihm verschiedene Sozialkontakte zu ermöglichen. Nur so kann man herausfinden, wie er auf die Dinge, die ihm in seinem Hundeleben begegnen werden, reagiert, was ihn besonders freut und wovor er vielleicht Angst hat. Natürlich sollen weder Sie noch der Hund dabei unter Stress geraten. All diese Aktivitäten müssen verantwortungsbewusst und behutsam aufgebaut werden. Ihr Maß sollte sich immer nach den jeweiligen individuellen Umständen richten.
Eigentlich läuft alles genau so ab, als wäre ein neuer eigener Hund eingezogen – mit dem einzigen aber bedeutenden Unterschied, dass ein Pflegehund sein vorübergehendes Zuhause wieder verlassen wird, wenn er Menschen gefunden hat, die ihn dauerhaft zu sich nehmen möchten.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Die wichtigsten Voraussetzungen sind Zeit, Geduld, Flexibilität und gute Nerven! Besonders in den ersten Wochen sollte auf jeden Fall ganztags jemand zuhause sein. Bedenken Sie, im Tierheim hat der Hund nicht gelernt, alleine zu bleiben. Vielleicht stellt es für ihn kein Problem dar. Es kann aber genauso sein, dass er während ihrer Abwesenheit aus Frust oder Langeweile den Nachbarn ein Liedchen heult oder die Wohnungseinrichtung „verschönert“. Manche Hunde sind so glücklich, endlich liebevolle Menschen gefunden zu haben, dass es sie anfänglich in richtige Verlustängste stürzt, wenn sie zu lange alleine gelassen werden. Stubenreinheit kann im Tierheim ebenfalls nicht trainiert werden. Zwar sind die meisten Hunde dankbar, nun nicht mehr ihr Zuhause verschmutzen zu müssen und machen in dieser Richtung nur wenige Probleme. Dennoch gibt es immer wieder Hunde, für das Thema Stubenreinheit erst mal Neuland ist. Stellen Sie sich also auch bei ihrem erwachsenen Pflegehund sicherheitshalber auf die Notwendigkeit eines Sauberkeitstrainings ein. In der Regel lernen erwachsene Hunde sehr schnell, wo große und kleine Geschäfte erwünscht sind und wo nicht. Sie sollten aber die Zeit und die Geduld aufbringen können, ihrem vorübergehenden Hausgenossen diese Anstandsregeln freundlich zu vermitteln und kein Problem damit haben, wenn einmal etwas „daneben“ geht.
Als Pflegestelle muss man sich flexibel auf die Bedürfnisse und Eigenheiten des vierbeinigen Besuchers einstellen können. Zwar lässt sich im Tierheim feststellen, ob ein Hund freundlich und umgänglich ist, nicht aber, wie gut er sich in einer Wohnung zu benehmen weiß. Vielleicht hält er den Tisch zunächst für eine bequeme Liegefläche, die Vorhänge für ein lustiges Spielzeug und die Schuhe für ein Kauobjekt. Mit solchen Überraschungen sollten Sie umgehen und angemessen darauf reagieren können, ohne dabei die Nerven zu verlieren. Viele Hunde verhalten sich aber von Anfang an so, als hätten sie schon immer in einem Haushalt gelebt – auch das ist möglich.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Futterkosten werden generell von der Pflegestelle getragen. Dies gilt auch für Fahrtkosten, falls sie das Tier irgendwo abholen oder hinbringen müssen. Sollten Tierarztbesuche bzw. tierärztliche oder naturheilkundliche Behandlungen notwendig sein, so werden diese nach Absprache! von unserem Verein getragen. Es ist daher unbedingt notwendig, dass Sie sich vor! dem Besuch beim Tierarzt oder dem Beginn einer ?ehandlung mit uns in Verbindung setzen (dies gilt selbstverständlich nicht für akut lebensbedrohliche Situationen).
Auch wenn der Verein die medizinischen Kosten für das Pflegetier trägt, freuen wir uns natürlich immer, wenn die Pflegestelle einen Teil davon übernimmt. Das ist auch in Form einer Spende an den Verein möglich, wofür wir Ihnen eine Spendenquittung ausstellen können.
Über eine Vereinshaftpflichtversicherung für Pflegestellen verfügt unser Verein derzeit noch nicht, da es nicht einfach ist, eine Versicherung zu finden, die dies zu vertretbaren Konditionen anbietet. Da auch eine Pflegestelle im Zweifel vor dem Gesetz als Halter gilt, müsste der Pflegehund nach dem derzeitigen Stand der Dinge über die Pflegestelle versichert werden. Falls sie bereits einen eigenen Hund besitzen und für diesen eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben, lohnt es sich auf jeden Fall, einmal in Ihrem Versicherungsvertrag nachzuschauen, bis zu welchem Zeitraum ein neu hinzugekommener Hund kostenlos darin mitversichert ist. Die Hundesteuerpflicht für einen Pflegehund sieht von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich aus. Mancherorts sind Hunde, die für einen gemeinnützigen Verein in Pflege genommen wurden, von der Hundesteuerpflicht befreit, wenn Sie unseren Pflegevertrag vorlegen. In manchen Gemeinden gilt diese Steuerbefreiung nur für einen bestimmten Zeitraum. Leider gibt es auch Gemeinden, die grundsätzlich Hundesteuer auch für Pflegehunde erheben. Erkundigen Sie sich ggf., wie das in Ihrer Gemeinde gehandhabt wird.

Wer hilft, wenn es Probleme gibt?

Sollten Sie Schwierigkeiten irgendwelcher Natur mit ihrem Pflegetier haben, sind wir jederzeit telefonisch als Ansprechpartner zu erreichen.

Kann ich mich am Ende überhaupt wieder von dem Tier trennen?

Ja, das können Sie.
Besonders am Anfang fällt es den Pflegeeltern natürlich schwer, sich von ihrem Schützling irgendwann zu verabschieden und meistens kullern auch ein paar Tränen. Letztlich überwiegt aber die Freude, einem Tier den Weg aus schlechten Lebensbedingungen heraus in eine schöne Zukunft geebnet zu haben. Wenn die ersten frohen Nachrichten und Bilder aus dem neuen Zuhause eintreffen, weiß man wieder genau, warum man so manche Strapaze auf sich genommen hat.
Die meisten Pflegestellen gönnen sich nach einer erfolgreichen Vermittlung eine kleine Erholungspause, um dann sich dann bald wieder in das nächste Abenteuer „Pflegehund“ zu stürzen.

Sollten Sie Interesse daran haben, füllen Sie bitte das Kontaktformular aus.