Rufus‘ Geschichte

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Rufus – Als ein Gewitter einen alten Herdenschutzhund zu uns führte

Manchmal verändert eine Begegnung alles. Für Rufus begann ein neuer Lebensabschnitt an einem stürmischen Julitag im Kreis Gorj.

Während Rosis und Johannas Aufenthalt im Juli im Kreis Gorj zog ein schweres Unwetter auf. Auf ihren Handys gingen Unwetterwarnungen ein, draußen stürmte, blitzte und donnerte es. Als sich das Gewitter verzogen hatte und die beiden zu ihrem Auto zurückkehrten, lag dort plötzlich ein großer, alter Hund – direkt vor ihrem Auto. Er hatte sich genau diesen Platz ausgesucht, um Schutz vor dem Unwetter zu suchen.

Natürlich konnten sie ihn nicht einfach zurücklassen.

Zunächst gaben sie ihm etwas zu fressen, und schnell wurde klar, dass dieser Hund dringend Hilfe brauchte. Er war sehr alt, gebrechlich und sichtlich erschöpft. Doch wohin mit so einem großen Senior?

 

Es war bereits sehr spät am Abend, sodass sie ihn zunächst nur versorgen und etwas Zeit mit ihm verbringen konnten. Danach blieb ihnen nichts anderes übrig, als bis zum nächsten Morgen zu warten. Sie hofften sehr, dass der alte Rüde dann noch dort sein würde.

Und tatsächlich: Rufus wartete auf sie.

Zum Glück hatte Mona, die Leiterin des städtischen Tierheims von Rovinari, angeboten, ihn aufzunehmen. Keine optimalen Bedingungen, aber eine dringende Notwendigkeit um ihn zu versorgen und reisefertig machen zu können. Also fuhren Rosi und Johanna zunächst ins Tierheim, holten eine Transportbox und kehrten zurück. Zunächst konnten sie Rufus nicht entdecken – er hatte hinter einem Unterstand Schutz vor der sengenden Sonne gesucht. Als sie ihn fanden, ließ er sich ganz selbstverständlich ein Halsband anlegen, ging ruhig mit zum Auto, stieg ohne Zögern in die Transportbox und fuhr mit ihnen ins Tierheim.

Vom ersten Moment an zeigte sich Rufus als besonders freundlicher und ruhiger Hund. Auch im Tierheim lief er entspannt an Leine und Geschirr mit und begegnete allem Neuen mit beeindruckender Gelassenheit. Es schien, als sei er einfach froh, nicht mehr allein zu sein und endlich regelmäßig Futter zu bekommen.

Während ihres Aufenthalts konnten Rosi und Johanna Rufus auch dem Tierarzt vorstellen. Dort wurde er gründlich untersucht. Leider fiel das Ergebnis nicht gut aus: Rufus wurde positiv auf Herzwürmer sowie weitere durch Parasiten übertragbare Krankheiten getestet. Die Behandlung hat bereits begonnen und Rufus ist nicht mehr ansteckend.

Außerdem mussten ihm mehrere schmerzende Zähne entfernt werden. Sein Fell war stark verfilzt und voller Parasiten, sodass es geschoren werden musste. Darunter kamen entzündete Haut und zahlreiche Liegeschwielen zum Vorschein – deutliche Spuren eines langen, entbehrungsreichen Lebens. Jetzt braucht Rufus vor allem Zeit, gutes Futter und viel Ruhe, um wieder zu Kräften zu kommen. Sein genaues Alter kennt niemand, doch er ist sicherlich zehn Jahre oder älter.

Rufus ist eindeutig ein ausrangierter Herdenschutzhund. Sein abgeschnittenes Ohr ist typische Kennzeichnungen von Hirtenhunden. Vermutlich hat er viele Jahre Schaf- oder Rinderherden bewacht. Als er alt wurde und seine Aufgabe nicht mehr erfüllen konnte, wurde er offenbar sich selbst überlassen.

Wenn alles nach Plan verläuft, darf Rufus bereits im August auf eine Pflegestelle ausreisen. Dort kann er sich weiter erholen und Kraft sammeln, bevor er hoffentlich schon bald sein eigenes Zuhause findet.

Wer sich für Rufus entscheidet, übernimmt keinen perfekten Hund. Man schenkt einem alten, müden Hund einen sicheren Platz, Fürsorge und die Geborgenheit, die er vermutlich nie kennenlernen durfte.

Nach einem langen Arbeitsleben hat Rufus es mehr als verdient, seinen Lebensabend in einem liebevollen Zuhause zu verbringen.

3 thoughts on “Rufus‘ Geschichte

  1. Ooooh, der Rufus! Da bin ich aber schockverliebt in die Knubbelsnase! Das wäre sofort meiner, wenn ich nicht schon zwei alte vierbeinige Gesellen hätte (einer aus Gran Canaria, einer aus der Smeura) und selbst auch nicht viel jünger bin! Aber Patenschaft geht noch! 🙂

  2. Aber ich habe gerade entdeckt, daß er schon rundum versorgt ist. Dann wünsche ich Rufus, daß es mit der Pflegestelle klappt!

  3. Alles Liebe und Gute für Rufus und noch einige sorglose Jahre bei lieben Menschen, die ihn auf Händen tragen (symbolisch gemeint ) !!

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