
2,5 Monate sind seit dem letzten Update vergangen und man sollte meinen, dass wir nach dieser Zeit tüchtig etwas zu erzählen haben. Ehrlich gesagt könnten wir vor allem davon erzählen, wie uns die letzten Wochen immer wieder tüchtig die Nerven blank gelegt haben.
Die Fundația ist faktisch aus dem Geschehen raus, und die Tierheimgenehmigung ist inzwischen erloschen. Die Hunde und die Zwinger sind natürlich weiterhin da, nur die rechtliche Grundlage, auf der alles bisher lief, ist weggefallen. Während wir also versuchen, in Rumänien auf dem Grundstück in Biborteni unser neues Zuhause für die Hunde aus Miercurea Ciuc (MC) aufzubauen, müssen wir gleichzeitig gemeinsam mit Nandi die Versorgung der Hunde in MC sicherstellen. Unsere Pläne waren natürlich andere. Wir wollten längst weg sein. Stattdessen werden unsere Ressourcen nun von zwei Großprojekten gleichzeitig verschlungen.
Und dann wartet direkt nebenan, mit dem städtischen Tierheim, bereits Großprojekt Nummer 3. Auch hier sind wir inzwischen weit stärker eingebunden, als wir uns je gedacht hatten und leisten können.
Nachdem wir den ersten Schock über diese Entwicklungen überwunden haben, befinden wir uns mittlerweile in einer Phase der Neuorientierung. Denn eines ist inzwischen klar, wir werden erst im nächsten Frühjahr umziehen können. Wir haben versucht herauszufinden, ob wir bis dahin sicher in MC bleiben können. Heute haben wir eine positive Rückmeldung erhalten.
Immerhin gibt es in Biborteni Fortschritte. Am 08.09.2026 haben endlich die Arbeiten für den Stromanschluss begonnen, nachdem Nandi die zuständige Firma unzählige Male kontaktiert hatte. Trotzdem müssen wir wohl dankbar sein, denn im Vergleich zu anderen lief es damit offenbar sogar noch relativ schnell. Die finale Baugenehmigung haben wir noch nicht, sie sollte im Juli/August vorliegen.

Wir hatten Angebote von Baufirmen verglichen. Dabei wurde uns aber immer deutlicher, was uns eigentlich fehlte: ein Mensch, der die gesamte Planung in die Hand nimmt. Denn mal ehrlich, was wissen wir schon über die notwendige Brunnentiefe? Über die Anlage eines Abwassersystems, das zu den Gegebenheiten vor Ort passt? Oder darüber, wie wir unser Problem lösen, dass unser Grundstück in einer Senke liegt und sich dort zeitweise Wasser sammelt ohne selbst vor Ort zu sein?
Wir haben recherchiert und uns durch unzählige Informationen gearbeitet. Irgendwann waren wir einfach überwältigt. Es ist unglaublich, wie viel Zeit, Energie und Organisation in all diesen Dingen steckt. Aber es gibt auch positive Nachrichten.
Wir haben Daniel gefunden. Er ist erfahrener Handwerker, hat sich bereits intensiv in unser Projekt eingearbeitet und beginnt nächsten Montag mit den Arbeiten, die wir auch ohne die finale Baugenehmigung durchführen können. Daniel hilft uns sogar mit unserem undichten Container in Miercurea Ciuc.
Gestern haben wir den Auftrag für unser Containerhaus abgeschlossen! Es wird später die zentrale Anlaufstelle auf unserem Grundstück sein, mit Küche, Bad und einem Zimmer für Übernachtungen. Die Lieferung ist für das nächste Frühjahr geplant. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 25000 Euro

Damit nimmt unser neues Zuhause langsam, aber sicher Gestalt an. Noch ist unglaublich viel zu tun, vieles ist kompliziert und einiges läuft ganz anders, als wir es uns vorgestellt haben. Wir suchen Lösungen. Wir machen weiter.
Bei allem hilft uns Nandi mehr, als man in Worte fassen kann. Man darf sich das nicht so vorstellen, als würde das direkt um die Ecke liegen. Nandi fährt inzwischen unzählige Kilometer für uns durch die Gegend. Sfântu Gheorghe – Biborteni – Miercurea Ciuc bilden ein Dreieck, mit jeweils ungefähr einer Stunde Fahrzeit pro Strecke. Er hilft, wo er nur kann. Mit seinem Verein stellt er die gesamte Basis zur Verfügung, organisiert Dinge für die Hunde in MC, kümmert sich um das Personal, schlägt sich mit Abrechnungen herum, fährt zu Notfällen und kümmert sich um all die Dinge, die irgendwo zwischen den großen Plänen plötzlich und völlig ungeplant auftauchen. Und dafür sind wir unglaublich dankbar.
Es ist nicht gerade die Geschichte geworden, die wir erzählen wollten. Aber es ist unsere Realität. Und wir versuchen, das Beste daraus zu machen.