Abschied von Fajna

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Fajna ist gestorben, sie lag einfach tot im Wetterschutzbereich. Knapp 15 Jahre wurde sie alt.

Vor 10 Jahren kam sie ins Tierheim – betäubt, verängstigt und mit einem tiefen Misstrauen gegenüber uns Menschen. Sie blieb auf Abstand, so gut sie konnte. Nähe war für sie kein Trost, sondern Stress. Und doch hat sie ihren Weg gefunden.

Sie hat sich ihren eigenen Raum geschaffen, erst im kleinen, dann im großen Freilauf. Dort war sie ganz sie selbst, wachsam und unabhängig. Von erhöhten Plätzen aus hatte sie alles im Blick, meldete jeden Eindringling zuverlässig und bewegte sich mit einer Selbstverständlichkeit, die zeigte, dass sie angekommen war, vielleicht nicht bei uns, aber bei sich selbst.

Mit anderen Hunden konnte sie das, was ihr mit Menschen schwerfiel, Verbindungen eingehen, besonders mit Minh. Sie war für Jahre ihr Anker, ihr Orientierungspunkt. Wir waren froh, dass Fajna den Verlust von Minh gut verkraftete und gefestigt in der Freilaufgruppe lebte.

In ihren letzten Jahren wurde sie etwas offener. Nicht anhänglich, nicht zutraulich im klassischen Sinne,  aber neugierig genug, um zu erkennen, dass wir Zweibeiner auch Gutes bringen können. Leckerchen waren ein Anfang. Vielleicht auch ein kleines Stück Vertrauen.

Fajna war nie ein Hund für jeden. Sie hat uns gezeigt, dass ein gutes Leben nicht immer Nähe braucht,  sondern Respekt, Raum und die Möglichkeit, einfach sein zu können.