Abschied von Imara

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Am Montag haben wir uns sehr schweren Herzens dazu entschieden, Imara auf ihrem letzten Weg eine Abkürzung zu verschaffen – sie hatte in den letzten Wochen sehr stark abgebaut, die Knochen waren schon lange Thema + wurden nicht besser, doch jetzt begann sie, mäkelig zu futtern, was bei ihr noch nie der Fall war + stellte das Essen dann ganz ein – selbst feinste Leckerreien ließ sie achtlos stehen, zog sich viel zurück + war so gar nicht mehr die Alte – ein paar Tage schauten wir uns das an + hielten mit unserem TA Rücksprache –

Mit mittlerweile über 18 Jahren auf dem Buckel + als Langzeit-Schmerzmittelpatientin war es nun einfach an der Zeit für sie, ohne noch in größeres Leid zu fallen, die Bühne zu verlassen –

So schlief Imara friedlich auf ihrem Lieblingsplatz inmitten ihrer Gemeinschaft ein –

Imara kam im Winter 2015 aus dem Tierheim in Slatina zu uns, sie war schon damals keine junge Hündin mehr, hatte einen ausgeprägten Staupetick, der sich durch ständige Zuckungen ihres Körpers äußerte + war uns Menschen gegenüber eine sehr skeptische Hündin –

Wenn ich mich recht erinnere, kam damals eine ganze Gruppe zu uns – Crusty, Paris, Pamuy fallen mir spontan zu Imara ein, aber es ist über 10 Jahre her + ganz sicher bin ich mir nicht mehr – Fakt ist auf jeden Fall, daß sie alle lange Zeit zusammen in unserer Hausgruppe gelebt haben, bevor die Einen ausreisten + Andere verstarben –

Das ist ein paar Monate nach Imaras Ankunft + das Maß des Ticks ist gut zu erkennen – natürlich ist sie auch gestresst, weil sie gestreichelt wird + hechelt darum sehr, doch dieses Zucken begleitete Imara tatsächlich nonstop über eine lange Zeit, bis es langsam besser + letztendlich völlig verschwunden war –

Daß Ticks verschwinden können, wird auch einem guten, sicheren Leben zugeschrieben, in dem der Hund sich wohlfühlt – somit sind wir nicht nur froh für Imara, daß sie noch viele Jahre ohne Zuckungen leben konnte, sondern auch stolz, in der Lage gewesen zu sein, ihr so ein Leben bieten zu können!

Hier ist Imara ein Jahr später, schon bestens angekommen in der großen Hausgruppe –

Imara war ein spezieller Charakter, auf gewisse Weise eine Eigenbrödlerin, hatte bei Hunden genaue Vorstellung, wie gutes Benehmen auszusehen hat + machte keinen Hehl daraus, wenn ihr etwas nicht passte –

Sie hatte durchaus Führungsqualitäten, zeigte die nicht über die Maßen sondern angemessen + wurde von den Einen vergöttert, während Andere ihr lieber aus dem Weg gingen –

Immer mal wieder hatte sie ihre 5-Minuten + voll Bock auf wilde Spiele, jedoch nur mit ausgesuchten PartnerInnen – in diesem Fall meine Hündin Katre, die zu Imaras treuen Fangemeinde gehörte + bis zum Schluß vor ihr stramm stand –

Imara fühlte sich immer mehr Zuhause in unserer Hausgruppe, die damals noch ganz erheblich größer war als heute + Hunde jeglichen Alters, Größe + Handicaps beherbergte –

Langsam, ganz langsam wich Imara uns Menschen auch nicht mehr aus, sondern hielt sich gern in unserer Nähe auf, solange man sie nicht mit Anfassen behelligte – aber auch das sollte im weiteren Verlauf tatsächlich doch noch ihr Ding werden! 🙂

 

Mit steigendem Alter machten Imara ihre Knochen mehr + mehr zu schaffen, mit Schmerzmitteln ging das einige Zeit gut, doch merkte man ihr an, daß alles beschwerlicher wurde; Spielen fand noch maximal im Liegen statt + die wilden Zeiten waren sichtbar vorbei – willensstark, wie Imara war, hat sie es trotzdem überall hin geschafft + ist noch lange Zeit beim Füttern auf ein höheres Podest gesprungen – hoch war weniger das Problem, runter habe ich ihr dann öfter mal geholfen, bis sie es irgendwann auch nicht mehr hoch probiert hat –

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In den letzten zwei Jahren wurde Imara immer anhänglicher + hat es zum Schluß total genossen, sich an einen zu lehnen + gestreichelt zu werden –

Sehr oft hab ich mich in der letzten Zeit immer mal für ein paar Minuten zu ihr gesetzt + sie durchgekrault, ihren Fellwechsel vorangetrieben + sie fest, aber nicht zu fest, geherzt – dann war es auch gut für sie; allzu lange fand sie auch seltsam –

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Das war Imaras fester Platz, umgeben von ihren engsten noch lebenden WegbegleiterInnen, mit denen sie eigentlich immer zusammen war – Lydia + Miraj fehlen da noch + auch Liisi war eigentlich immer in der Nähe, die ist vermutlich vor der Kamera geflüchtet –

Ich bin wirklich dankbar dafür, daß wir uns hier in einer Situation befinden, in der es uns möglich ist, alten Hunden gerecht zu werden + ihnen solange es geht unterstützend zur Seite zu stehen – das wäre ohne Sach- + Geldspenden absolut nicht möglich –

Nach 11 gemeinsamen Jahren relativ engen Zusammenlebens ist Imara uns natürlich sehr ans Herz gewachsen + hinterlässt eine große Lücke an jedem einzelnen Tag; soviele kleine Rituale + Momente, die es nun nicht mehr gibt, das abendliche Betthupferl ist nun eins weniger, denn ihr zahnloser Mund, der danach greift, ist nicht mehr da…

Rest in peace, liebe Imara – du wirst uns unvergessen bleiben! :*

Wer noch möchte, hier unten in der Fotogalerie gibt es viele schöne Fotos von Imara

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