Abschied von Rika

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Abschied von Rika

Rika kam im Oktober 2013 als Welpe zu uns ins Tierheim. Gemeinsam mit ihren Brüdern, denen sie sehr ähnlich war, hatte sie früh gelernt, dem Menschen aus dem Weg zu gehen. Nähe ließ sie nicht zu, Vertrauen gehörte nie zu ihrem Weg. Schutz suchte und fand sie bei anderen Hunden.

Über viele Jahre lebte Rika in verschiedenen Gruppen. Sie blieb uns Menschen gegenüber stets vorsichtig und auf Distanz. Wer ihr begegnete, sah meist nur, wie sie sich ruhig und bedacht zurückzog. Für uns blieb sie oft schwer greifbar, für ihre Artgenossen jedoch war sie präsent, klar und selbstbewusst.

Von Rika gibt es nur wenige Bilder. Sie entzog sich dem Fotoapparat fast immer, indem sie sich sofort aus dem Staub machte. Aufnahmen der Wildkamera zeigen, wie sie wirklich war, entspannt in der Sonne liegend, ruhig durchs Gehege gehend oder im Zusammensein mit anderen Hunden. Auch aus der Ferne ließ sich beobachten, wie sicher und unbeschwert sie sich bewegte, solange keine Menschen Nähe suchten. Vertraute Menschen konnten am Gehege vorbei gehen, ohne, dass Rika aufstand, solange man nicht stehen blieb oder sie gar länger ansah.

Mit anderen Hunden kam Rika gut zurecht. Sie wusste, wo ihr Platz war, und sie konnte ihn vertreten. In ihren Gruppen bewegte sie sich sicher und unaufgeregt. Dort, wo keine Menschen Nähe einforderten, führte sie ein ruhiges Leben und vertrieb sich die Zeit.

Gesundheitlich war Rika über all die Jahre unauffällig. Erst kurz vor ihrem Tod wurde eine große Geschwulst im Bauchraum festgestellt. Ihr Zustand ließ keine andere Entscheidung mehr zu, als sie gehen zu lassen.

Rika war kein Hund, der auffiel. Sie suchte keinen Kontakt,  keine Aufmerksamkeit. Gerade deshalb machte sie oft einen ärmlichen Eindruck, ein Eindruck, der ihr nicht gerecht wurde. Denn Rika kam sehr gut zurecht. Auf ihre Weise, mit Selbstbewusstsein in ihrer Gruppe und einem unaufgeregten, verlässlichen Alltag. Rika hat ihr Leben bei uns verbracht. Wir sind froh, dass wir es geschafft haben, ihr innerhalb des Tierheims den Raum zu geben, den sie brauchte.