Abschied von Sapo

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Abschied von Sapo

Am 25. September 2015 trat Sapo seinen Weg ins Tierheim an – ein Rüde, der bereits viel durchgemacht hatte. Zuvor lebte er bei einem alten Mann, an der Kette, und hatte offensichtlich schlimme Erfahrungen mit Menschen gemacht. Sapo hatte gelernt, sich zu wehren und zu schützen, soweit es an der Kette möglich war. So kam es, dass er immer dann ernst machte, wenn Menschen ihm zu nahe kamen.

Trotz seiner Vergangenheit war Sapo ein geselliger Hund. Er mochte andere Hunde, spielte in seinen jüngeren Jahren ausgelassen und kam nie in Schwierigkeiten. Im Tierheim lebte er in einem Bereich, der ihm regelmäßig langen Freigang und Kontakt zu anderen Hunden ermöglichte. Auf diese Weise konnte er selbst entscheiden, welche Distanz er einhielt, und so kam man bestens mit ihm aus.

Der Argwohn, den er durch frühere Misshandlungen entwickelt hatte, begleitete ihn lange. Doch nach und nach zeigte Sapo seine sanfte Seite. Er kam Menschen nahe und zeigte echtes Interesse, solange man ihn nicht anfasste. Mit der Zeit ließ er sich auch kurz streicheln, ein kleines, aber bedeutendes Zeichen von Vertrauen. Darauf bauten wir auf.

Die letzten drei bis vier Jahre seines Lebens verbrachte Sapo im Hausbereich. Er liebte die „Hüttenburg“ und genoss es, mit den anderen Hunden auf den Matratzen oder in einem der Betten in der Sonne zu liegen und entspannt das Treiben zu beobachten. Nicht, dass im Hausbereich viel zu sehen gewesen wäre, doch für die Seniorengruppe reicht es allemal. Tagsüber war Sapo verlässlich anzutreffen, nachts schien er keinen festen Stammplatz zu haben oder wir kannten ihn einfach nicht. Morgens tauchte er irgendwo auf, noch etwas steifbeinig, aber bereit, sich durchkraulen zu lassen.

Ja, richtig gelesen: Sapo ließ sich richtig ausgiebig durchkraulen! In den letzten Jahren hatte er bei vertrauten Menschen diese Sorge abgelegt und genoss die Zuwendung sehr. Manchmal bekam er sogar kleine, ausgelassene „Rennanfälle“, selbst im stolzen Alter von 17 Jahren.

Da er zuletzt sehr fror, schafften wir es ihm einen Mantel anzuziehen, wobei das nicht mal eben so möglich war. Aber es war gut für ihn. Wir sind froh, dass Sapo in seinen letzten Jahren das Streicheln richtig genießen konnte und dabei immer wieder zeigte, wie sehr er die Nähe vertrauter Menschen schätzte. Und doch war Sapo bei aller Geselligkeit immer eine eigenständige Persönlichkeit, ein Hund, der seine eigenen Wege ging, seine Entscheidungen traf und sich sein ganz eigenes Leben im Tierheim bewahrte.

imara sapo
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