
Tammo kam 2011 als Welpe zu uns ins Tierheim und blieb sein ganzes Leben bei uns. Ein Hund, der von Anfang an neugierig war auf die Welt, sie aber lieber aus sicherer Entfernung betrachtete. Menschen fand er interessant, manchmal auch verlockend, besonders wenn Leckerchen im Spiel waren, doch der letzte Schritt fehlte. Dieses „Ich will ja, aber ich trau mich nicht“ begleitete ihn viele Jahre.
Vertrauen fiel Tammo schwer, Nähe war ihm meist zu viel. Und doch konnte man sehen, wie es in ihm arbeitete: wie er beobachtete, abwog, einordnete. Wie er immer wieder versuchte, auf seine Weise mutig zu sein.
Er lebte im Laufe der Jahre in vielen Gruppen und Konstellationen, fand seinen Platz mal besser, mal schlechter. Mit anderen Hunden kam er gut zurecht, besonders mit Rüden, und immer wieder gab es Freundschaften, die ihm sichtbar guttaten und dem oftmals all zu ernsten Tammo Sicherheit gaben.

Freigänge liebte Tammo sehr. Mit Elan flitzte er über die Flächen, genoss die Freiheit und blühte dabei richtig auf. Später, als die Knochen müder wurden und Schmerzmittel zum Alltag gehörten, wurde er ruhiger, dezenter, ein Hund, der einfach mitlief, unauffällig, selbstverständlich. Seinen Lebensabend verbrachte er in der großen Hausgemeinschaft.
Anfassen war bis zuletzt nichts für ihn. Streicheln hielt er für überbewertet, Sicherheitsabstand für sinnvoll. Und trotzdem hatte Tammo Rituale, Gewohnheiten, kleine Eigenheiten, wie seine Stammhütte, die er jeden Abend bezog und sich darin mit großer Sorgfalt gemütlich machte.
Auch wenn er sich von uns nicht anfassen lassen wollte, er hat bei uns gelebt, seinen Weg gefunden und sein Leben so gut gemeistert, wie er es konnte. Auch wenn er still und leise gewirkt haben mag, Tammo wusste was er wollte und konnte sich immer gut behaupten.
In den letzten Monaten machte sich das Alter deutlich bemerkbar. Tammo wurde immer dünner, benötigte mehr Schmerzmittel und wirkte oft ein wenig senil, dabei jedoch nie unzufrieden. Als er sich zunehmend zurückzog und das Aufstehen ihm sichtlich schwerfiel, ließen wir ihn gehen.
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Der Bericht über das Leben von Tammo hat mich tief beeindruckt. Er zeigt mit wieviel Respekt ihr den Tieren begegnet und wie sehr sie euch am Herzen liegen.
Ihr gebt ihnen ihre Würde zurück.
Danke für soviel Menschlichkeit!