
Am letzten Samstag mußten wir uns sehr schweren Herzens von Valcur verabschieden – schon seit zwei Jahren war uns bekannt, daß er einen inoperablen Analtumor hat, der stetig wuchs, zum Glück jedoch so platziert war, daß er die Verdauungsvorgänge nicht beeinflusst hat –
Valcur war einfach die ganze Zeit total gut drauf, wirkte völlig unbeeindruckt davon + wir hatten das immer gut im Auge – mit temporären Cortisongaben konnten wir seine Lebensqualität lange erhalten, nun fing es aber langsam an, daß Valcur sich nicht mehr so wohl fühlte + bevor das Leid sich entfalten konnte, haben wir ihm in Absprache mit unserem Tierarzt eine Abkürzung verschafft –
Valcur wurde 13,5 Jahre alt –

Valcur kam im Frühling 2014 mit ungefähr 2,5 Jahren zu uns, er kam mit einigen anderen Hunden aus einem privaten Tierheim in Suceava, da die Leute dort die Hautprobleme der Hunde nicht in den Griff bekamen + um Hilfe baten –
Langjährige BegleiterInnen unserer Arbeit werden sich vielleicht noch an Meg, Bexx, Chance, Odin + Paris erinnern – allesamt waren sie sehr stark von Demodex betroffen, teilweise stellenweise kahl + verkrustet – allesamt waren sie auch huschig + haben entweder Zeit gebraucht, um aufzutauen oder bis zum Schluß keinen näheren Kontakt zu uns Menschen zulassen können – 3 von ihnen sind im Laufe der Zeit ausgereist, Für Valcur, Meg + Paris wurde unser Tierheim ihr Zuhause + sie blieben bis zu ihrem Tod bei uns –

Valcur hat Zeit gebraucht, um sich uns Menschen öffnen zu können, dann war es lange Zeit so, daß er mit ihm vertrauten Menschen unbeschwert + richtig lustig war, Fremden jedoch sehr skeptisch begegnet ist + teilweise auch einfach mal ordentlich zugelangt hat mit seinen Zähnen –

Valcur hat hier im Laufe der Zeit in verschiedensten Konstellationen gelebt; als Paar + in der Gruppe – lange Zeit lebte er mit Jirko zusammen, der in Valcur irgendwie einen Anker sah, der seinem Selbstbewußtsein voll gut getan hat – die Beiden waren ein cooles Paar, irgendwann wurde der Altersunterschied aber doch gravierend + ihre Wege trennten sich –

Valcur zog dann in unseren Gästecontainerbereich, in dem eine überschaubare Anzahl an Hunden lebt, anfangs noch mit Trü zusammen im angrenzenden Zwinger, da nicht alle Hunde sofort damit klarkommen, sich in geschlossene Räume zu begeben + einige Anläufe brauchen, um sich dazu zu gesellen –

Am + nach geraumer Zeit auch im Gästecontainer hat Valcur nun die letzten 4,5 Jahre verbracht + ich würde sagen, er hat dort sehr viel erlebt + das Leben so richtig genießen gelernt; alles war ein Prozess von Gewöhnung + im Laufe der Zeit fand Valcur es richtig toll, wenn Leute hier zeitweise gewohnt haben, wenn neue Hunde dazugezogen sind + vor allem hat er die Geselligkeit des einfachen Beieinander-Seins von Hund + Mensch sehr genossen –

War Valcur bis dahin einer von vielen Hunden im Tierheim, die ich gut kannte + immer mochte, habe ich ihn in dieser Zeit natürlich viel besser kennenlernen können + wir haben ein inniges Verhältnis zueinander entwickelt – oftmals habe ich ihn „meinen Schatten“ genannt, weil er mir praktisch auf Schritt + Tritt gefolgt ist, wenn ich da war – ein so vertrauensvoller Freund wurde er, daß ich – wenn nötig – ganz viel mit ihm machen konnte, woran früher nicht im Traum zu denken war, ohne getackert zu werden –



Seitdem wir Valcurs Tumor erkannt haben + klar war, daß es da nix zu heilen gibt, habe ich mich auf diesen Abschied vorbereiten können – obwohl mir diese Zeit sehr geholfen hat + ich es als absolute Verantwortung empfinde, Leiden zu verhindern, ist es mir trotzdem unheimlich schwer gefallen, diesen finalen Schritt mit Valcur zu gehen…
Nun fehlt er hier überall, ich nehme zur Fütterungszeit aus Gewohnheit immer noch seinen Napf aus dem Schrank, bis mir einfällt, daß er ja nicht mehr bei uns ist – ihr alle werdet vermutlich wissen, wie das ist – seufz…
Rest in peace, lieber Valcur :*
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Der Text ist wieder so schön und gefühlvoll geschrieben – wie schon so oft! Valcur lebte zwar im Tierheim, hatte aber dort – meinem Gefühl nach – den Himmel auf Erden und somit ein gutes Leben, zumindest in den letzten Jahren. Es treibt mir die Tränen in die Augen um all die Tiere, denen soviel Fürsorge und Liebe nicht zuteil wird, die ihr Leben in tristen „Tierheimen“ oder auf der Straße verbringen müssen und eines Tages ohne Anteilnahme von dieser Erde verschwinden! Wenn ich viel Geld hätte oder sich endlich der Gewinn der Postcode-Lotterie einstellen würde, dann wüßte ich, wie ich den Großteil des Gewinns ausgeben würde! Ich kann immer wieder nur danke an alle Beteiligten beim Freundeskreis BrunoPet sagen – vor allem denen im Tierheim MC – für die großartige Arbeit, nun auch in Rovinari und bei der Unterstützung der engagierten Tierschützer vor Ort!