wie vielerlands hat es auch uns in diesem jahr wortwörtlich eiskalt erwischt; ich behaupte mal, seit 10 jahren hatten wir nicht mehr soviel schnee + so krasse minustemperaturen – klar, wir bereiten uns immer auf den winter vor, so gut es halt geht in einem rumänischen tierheim, in dem die umstände für viele vermutlich kaum vorstellbar sind – wir verteilen großzügig stroh, decken, sehen zu, daß die hütten dicht sind + erhöhen auch die futtermenge, damit die hunde ein polster haben –

trotzdem, wenn man nun eben 10 jahre durchschnittliche winter hatte, trifft es alle, wenn es so hart kommt –

dies wird kein jammerbericht, sondern einfach nur ein kleiner einblick in besonders die letzten zwei wochen, die mir vorkommen, als wären wir schon immer in eis + schnee eingeschlossen gewesen…wer mich kennt, weiß, ich bin eh kein wintertyp 😉

wintervorbereitungen3

unsere üblichen wintervorbereitungen

wintervorbereitungen4

die sheila – sucht noch ihr zuhause!

wintervorbereitungen2

die hunde stehen natürlich vor mir, statt auf dem foto zu lächeln –

wintervorbereitungen
jussi

jussi – die einen sind für den winter gemacht, liegen bei wind + wetter draußen + finden es richtig gut –

bei jussi weiß man manchmal gar nicht, ist es sein graues fell oder frost – in diesem fall war es ersteres!

leo

leo – die anderen sind so gar nicht für den winter gemacht + frieren sich den popo ab –

leider können wir nicht allen frostbeulen einen mantel anziehen, weil sie ihn kaputtmachen oder sich darin verfangen können – leo ist schon ein alter hase, was das angeht (+ sonst ja mittlerweile auch schon) + genießt es sichtlich, etwas wärmendes zu tragen –

nach weihnachten fing es an, erst kam der schnee – meinen rücken hat das ganze schaufeln echt gekillt – zum glück war jeannine aus deutschland für 2,5 wochen hier + hat uns hier tatkräftig geholfen!

es ist ja nicht nur so, daß man die wichtigsten versorgungswege freischaufeln muß, sondern bestenfalls auch große teile der zwinger, damit die hunde nicht im schnee versinken – viele machen im hohen schnee auch nur wenige meter, vor allem die kurzbeinigen – zudem muß man bedenken, daß es auch frieren wird + man eine dicke eisschicht hat, die superlange braucht, um aufzutauen – dann besser eisberge, die können zudem auch noch super angepinkelt oder als spielplatz genutzt werden –

anyway, es war einfach unheimlich viel zu tun, um der massen herr zu werden –

dann kam der krasse frost + es wurde wirklich unheimlich kalt – vor ein paar tagen waren es -27, vorgestern noch -22 in der nacht –

neuzugang inda sieht an solchen morgenden wohl am verfrorensten aus, das machen aber nur ihre langen haare am kinn, andere frieren ganz erheblich mehr –

tatsächlich habe ich mich um die alten + klapprigen hunde sehr gesorgt + habe versucht, ihnen so gut es geht, mehr schutz + wärme zu basteln – bislang haben es alle gut überstanden + ab heute soll es erstmal wieder in „normale“ winterliche temperaturen gehen – wie froh ich über nur -10 grad sein kann, wußte ich auch nicht mehr –

schnee (3)

auch für unsere mitarbeiterInnen ist das leben aktuell extrem schwierig – alles, aber auch wirklich alles wird anstrengender + aufwändiger, neben schneeschieben ist das nächste große thema die wasserversorgung der hunde; unser anschluß im tierheim friert bei solchen temperaturen auch irgendwann ein + es bedarf tricks + durchhaltevermögen, den wieder ans laufen zu bekommen –

hier wird wasser zum kochen gebracht

das wasser wird im tierheim in so einem holzofen erhitzt, in große fässer gefüllt, die dann mit schubkarren zu den zwingern gefahren werden – dort müssen die zugefrorenen wassereimer in fässer gestellt werden, bis sich das eis löst + man den eimer leeren kann – ein zweiter arbeiter fährt hinterher + füllt die eimer dann wieder auf – wie lange sowas bei 80 zwingern dauert + wie verfroren die leute danach sind, kann man sich vorstellen –

überall eisberge

im ganzen tierheim verteilt finden sich solche berge von gefrorenen eimerinhalten – wenn dann die tauzeit einsetzt wird das zusammen mit den schneebergen so richtig kacke…das wird die ekeligste zeit überhaupt, wenn der gefrorene boden das tauwasser nicht aufnehmen kann – erinnert mich an die überschwemmung vor vielen jahren…fingers crossed!

Nassfuttter wird mit kochendem wasser zerstampft

nach dem wasser fängt die futtervorbereitung an – immer noch wird wert darauf gelegt, das trockenfutter mit dose zu vermischen, ich persönlich würde es ja in dieser jahreszeit lassen + etwas mehr trockenfutter geben, aber manche bestehen darauf – somit wird nassfutter mit kochendem wasser verstampft + unter das trockenfutter gemischt – alles wird wieder in große fässer auf die schubkarren gehievt + die runde geht erneut los –

das ist unser wasserplatz, aktuell eine schlittschuhbahn – salz wird zum glück auch hier vermieden, marci läuft immer wieder im tierheim rum + streut ein ersatzprodukt, aber vorsicht ist fast überall geboten –

da wir ausschließlich mit holz heizen, ist unser verbrauch aktuell sensationell – zum großen glück haben wir im sommer noch eine große ladung bekommen + wenn es jetzt bestenfalls keine großen tieffronten mehr gibt, sollten wir damit hinkommen – aber es schon beängstigend, wie dieser riesenstapel geschrumpft ist in nur einem monat –

presley

presley – nimmts gelassen + sucht noch sein zuhause!

morrie

morrie – findet es zu kalt + ist auch gleich wieder in die bude verschwunden, danke aber fürs kurze posen!

curt

curt – ist außerhalb des wetterschutzes eigentlich nur zu sehen, wenn die sonne scheint + ein entsprechendes liegemöbel bereit steht – passt, ich würds auch nicht anders machen –

jeremia + soldier

+ zu guter letzt, fast das beste: unsere beiden draußen-hunde (leider nur noch zwei mittlerweile) haben seit dem herbst nun auch eine hütte vor dem tierheim stehen + residieren da nun fest, kann man eigentlich schon sagen – wenn ich morgens mit ihrem futter komme, räkeln sie sich + überlegen tatsächlich manchmal, ob es nicht doch noch zu kalt ist, um ihre kleinen ärsche aus dem stroh zu bewegen…so schnell kanns gehen –

das hoffe ich auch in richtung frühling – bis dahin!