
Eine ernste Herausforderung im Tierheimalltag
Parvovirose ist eine hochansteckende, oftmals tödlich verlaufende Durchfallerkrankung, die vor allem Welpen betrifft. Gerade in einem Tierheim mit vielen Neuzugängen, meist unklarer Vorgeschichte und begrenzten räumlichen Möglichkeiten und ausgebildetem Personal stellt das Virus eine große Belastung dar. Das Virus kann sich bis zu einem Jahr im Boden halten, nur spezielle Desinfektionsmittel wirken dagegen. Hinzu kommt, dass infizierter Kot sehr stark viruslastig ist. Mit einem Gramm Kot könnte man das ganze Tierheim infizieren.
Eine strenge Quarantäne, intensive Pflege und medizinische Versorgung der betroffenen Hunde und vorbeugende Maßnahmen wie Desinfektion, engmaschiges Impfen gegen Parvo und eine strikte Trennung der Risikogruppen sind zwingend erforderlich, wenn man im Kampf gegen diese Krankheit erfolgreich sein möchte.
In vielen rumänischen Tierheimen ist Parvovirose eine allgegenwärtige Bedrohung der Welpen. Wenn man sich den Eingangstext wirklich bewusst macht und die häufig vorherrschenden Bedingungen kennt, dann weiß man auch wieso das so ist. Es hat Jahre gedauert und eine immer weiterführende Entwicklung und Verbesserung gebraucht, bis wir es geschafft haben das Virus loszuwerden. Frust, Tränen und das immer wieder Aufrappeln und nochmal von vorne, jeden Schritt in der Versorgung überprüfen, verbessern und so weiter.
Bild 1 Qendra

In dieser Entwicklung war ein ganz entscheidender Schritt jeden Welpen vor der Aufnahme im Tierheim zu entflohen, entwurmen und nach einer Woche gegen Parvo zu impfen. Nach der Aufnahme impfen wir gegen diese Krankheit im Abstand von 2 Wochen. Damit ist die Gefahr nicht gebannt, aber doch stark reduziert. Die ersten 1-2 Jahre haben wir so die Welpen vor dem Tierheim geschützt, bis wir eben tatsächlich Parvofrei waren. Ab da war es eine Umkehr, wir schützen damit das Tierheim vor Parvo.
Wird ein Welpe aufgefunden, der krank ist führen wir umgehend einen Schnelltest durch. Bei positivem Ergebnis wird der Welpe samt Geschwister unter Quarantäne gestellt, der gesamte Weg zurückverfolgt und alles mehrfach desinfiziert. In der Vergangenheit hatten wir regelmäßig solche Fälle, Parvo schien also auch außerhalb des Tierheims ein großes Thema zu sein. Die Anzahl der Fälle nahm aber ab und 2024 hatten wir tatsächlich nur ein einziges Bruderpaar. Auch 2025 war bisher ohne Parvofälle für uns, bis…
Am 10.06.2025 fand Sabine 6 Welpen, die direkt am Tierheim ausgesetzt wurden. 7 Tage später waren sie krank, 2 waren sogar bereits gestorben. Der Test auf Parvo war positiv, Qendra, Quyen, Quentin und Qiara bekamen das ganze Programm bis hin zur vollen Infusionstherapie. Nur kurz darauf wurden 2 andere Welpen, Riddick und Rumo gebracht. Sind sie infiziert macht eine Trennung auch keinen Sinn mehr.
Sabine kümmert sich Tag und Nacht um die kleinen Würmchen, die erste Nacht war überstanden, Tendenz eher zum besseren. Ridderick, Quentin und Qiara bekommenen weiter eine Basisbehandlung und sind draußen, Rumo, Qendra und Quyen brauchen weiterhin Infusionstherapie. Ein kleines bisschen Hoffnung wollte sich breit machen, da wurden noch 3 kranke Welpen gebracht, auch bei ihnen fiel der Test positiv aus. Bisher scheinen Sontje und Samina noch gesund, Shalin braucht Behandlung.
Bild 2 Quyen

Bild 3 Rumo