Schießübungen auf Streunerhunde in Miercurea Ciuc

In direkter Nachbarschaft zu unserem Tierheim in Miercurea Ciuc befindet sich eine Müllkippe. In und um diese Müllkippe herum leben zwei feste Hundegruppen, die sich von den zahlreichen Abfällen ernähren. Die Menschen, die am Rande der Mülldeponie leben, dulden diese Hunde, da sie fremde Besucher zuverlässig ankündigen und ihre Behausungen von Ratten befreien. In jüngster Zeit waren aus der Umgebung der Deponie öfter Schüsse zu hören. Wenn vom Tierheimteam jemand nachschaute, um der Sache auf den Grund zu gehen, war nie etwas zu sehen. Vor einigen Tagen knallte es wieder mehrmals und Gabi, eine ehrenamtliche Helferin des Tierheims, rannte nach draußen. Ein moderner neuer Geländewagen war an der Straße geparkt und am Rande der Müllkippe standen zwei junge Männer in Jagdkleidung. Sie führten Gewehre mit sich und zielten auf die Hunde, die in der gut einsehbaren Grube kaum eine Chance hatten, zu fliehen oder sich zu verstecken. Einige Hunde waren den Kugeln bereits zum Opfer gefallen, als Gabi schreiend versuchte, die Männer von ihrem Tun abzuhalten. Ein Hund brach unmittelbar vor Gabis Augen sterbend zusammen. Sie hob den toten Körper auf und schleppte ihn ins Tierheim, während die Männer davonfuhren. Das Tierheimteam informierte die Polizei und mit Hilfe des notierten Kennzeichens konnten die Männer schnell ausfindig gemacht werden. Die Nachfrage bei der städtischen Polizeibehörde erbrachte eine mehr als zweifelhafte Antwort. Angeblich hätten die beiden Herren über eine Genehmigung zum Abschuss der Hunde verfügt. In Rumänien existiert ein Gesetz, welches das Töten gesunder Hunde untersagt. Außerdem fand der Einsatz scharfer Schusswaffen in unmittelbarer Nähe menschlicher Behausungen statt. Es kann nicht sein, dass die Polizei ernsthaft mit einem Schulterzucken behauptet, das Abschießen von Hunden mitten in einem bewohnten Gebiet, sei durch eine Genehmigung zu legitimieren. Wir werden dieser Sache daher weiter nachgehen.
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Grausamer Hundemord in Brasov

„Es sind doch unsere Hunde, auch wenn es Straßenhunde sind. Sie haben niemandem etwas getan!“ Betroffen hören wir, was die erste Vorsitzende des Vereins FÜLES aus Gheorgheni uns berichtet. Immer wieder stocken ihre Worte, weil sie die Tränen hinunter schlucken muss, die ihr in die Augen schießen. Seit Jahren kümmern sich die Damen von FÜLES um die Straßenhunde in dem Ort Gheorgheni, nicht weit von Miercurea Ciuc entfernt. Ebenso lange dauert ihr Kampf um ein eigenes Tierheim. Unermüdlich versuchen sie den Bürgermeister des Ortes davon zu überzeugen, dass ein Tierheim und systematische Kastrationen der einzig vernünftige Ansatz zur Lösung des Straßenhundeproblems ist. Bisher sind sie immer auf taube Ohren gestoßen, sie wurden vertröstet, hingehalten, man legte ihnen immer wieder Steine in den Weg.Der Bürgermeister hatte seine eigene Vorstellung davon, wie mit dem Problem „Straßenhunde“ umzugehen sei und so sollte der 1. April 2009 ein furchtbarer Tag für 91 Hunde werden, die in Gheorghenis Straßen lebten. Vier Wagen der SPGA, einem Ordnungsdienst der Stadt Brasov, eigens zur Bekämpfung der Straßenhundeproblematik ins Leben gerufen, fuhren in Gheorgheni vor. Uniformierte Männer, ausgestattet mit Narkosegewehren, stiegen aus und begannen eine schreckliche Jagd. Sie schossen auf die Hunde, mitten in belebten Straßen, ungeachtet der Tatsache, dass zahlreiche Passanten, darunter auch Kinder, ihre Wege kreuzten. In ihrer Todesangst kämpften die getroffenen Tiere bis zum Ende ihrer Kräfte gegen das Narkosemittel an, versuchten zu fliehen, sich zu verkriechen. Doch es gab kein Entkommen. Stundenlang zogen die Männer durch die Straßen, auf der Suche nach ihren Opfern. Erst als die Tiere bis zur Decke der vier Kastenwägen gestapelt waren, traten sie ihre Fahrt Richtung Brasov an. Als die ersten Hunde wach wurden, lagen zahlreiche betäubte Körper auf ihnen. Enge, fehlender Sauerstoff, dazu grenzenlose Panik. Viele der Hunde überlebten den zweistündigen Transport nicht. Die anderen brachte man in die Tötungsstation von Brasov. Hunde, die in diesem Tierheim untergebracht sind, werden getötet, wenn sich nach dem Ablauf einer Frist von 14 Tagen niemand gemeldet hat, der sie übernimmt und für sie verantwortlich zeichnet. Jeden Freitag sind es 150 Hunde, die dort ihren Weg in den Tod finden. Die SPGA hat inzwischen mit 15 Gemeinden Verträge geschlossen, die sich das Töten der Hunde in Brasov zunutze machen. Sie zahlen eine bestimmte Summe und die SPGA fährt vor, fängt die Hunde und „entsorgt“ sie. Eine dieser Gemeinden ist nun auch Gheorgheni. Die Frauen zeigen uns die Bilder, die während der Jagd auf die Hunde entstanden sind. Sie kommen gerade aus Brasov zurück und haben dort ihre Hunde identifiziert. Nicht alle haben sie finden können… Weil sie sich als verantwortliche Personen gemeldet haben, sind die Hunde nun erst einmal vor der Todesspritze sicher. Allerdings muss nun ein Unterbringungsplatz gefunden werden, denn es ist den Frauen nicht erlaubt, die Hunde wieder in Gheorghenis Straßen zu entlassen. Der Tierschutzverein Milioane de Pritieni aus Brasov unter der Leitung von Christina Lapis, kämpft seit langer Zeit gegen die Tötungsstation in Brasov und leistet vor Ort wertvolle Tierschutzarbeit. Unterstützt werden sie durch den Bund gegen den Missbrauch der Tiere (BMT). Als ich mit Petra Zipp, der zweiten Vorsitzenden des BMT und dort verantwortlich für den Bereich Auslandstierschutz, telefoniere, wird schnell klar, dass wir die selben Ziele verfolgen. Zusammenarbeit ist nun wichtiger denn je. Wir sind guter Hoffnung, durch gemeinsam ausgeübten politischen Druck endlich etwas gegen den Betrieb der Tötungsstation unternehmen zu können. Auch den Hunden aus Gheorgheni möchten wir gemeinsam helfen. Die Hälfte der Hunde wird das Tierheim der Milioane de Pritieni aufnehmen, die andere Hälfte wird in unserem Tierheim der Associata pro Animalia in Miercurea Ciuc eine Unterkunft finden. Diese Hunde müssen behandelt, geimpft, kastriert werden.
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Brief an den Bürgermeister von Gheorgheni

Sehr geehrter Herr Mezei Janos, mit Entsetzen haben wir erfahren, was am Tage des 1. April 2009 den Straßenhunden von Gheorgheni widerfahren ist. Seit Jahren bemühen wir uns in Zusammenarbeit mit anderen deutschen und rumänischen Tierschutzorganisationen um eine humane Lösung des Straßenhundeproblems und arbeiten mit vielen Behörden ihres Landes erfolgreich zusammen. Umso heftiger erschütterten uns die Bilder und Informationen, die wir durch die Vorsitzenden der Tierschutzorganisation FÜLES, welche eine Tochterorganisation unseres Partnervereins Associata pro Animalia in Miercurea Ciuc ist, erhielten. Seit Jahren kämpfen die Damen des Vereins FÜLES um eine vernünftige und gesetzteskonforme Lösung für die Straßenhunde in Gheorgheni, doch bisher wurde ihnen jegliche Unterstützung verweigert. Gegen das Töten der Hunde aus Gheorgheni haben wir gemeinsam mit dem Bund gegen den Missbrauch der Tiere (BMT), beim rumänischen Botschafter in Berlin protestiert. Für einen Mitgliedsstaat der EU sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, auch im Umgang mit herrenlosen Tieren moralische und ethische Normen zu beachten. Die Verhinderung von Nachwuchs durch Kastrationen stellt den einzig humanen Ansatz zur Lösung des Straßenhundeproblems dar. Viele Politiker ihres Landes haben dies bereits verstanden und arbeiten erfolgreich zusammen mit Tierschutzorganisationen aus dem In- und Ausland an der Umsetzung flächendeckender Impf- und Kastrationsprojekte. Im Juni dieses Jahres werden wir ein Kastrationsprojekt in Miercurea Ciuc durchführen. Wir bieten Ihnen an, auch die Hunde aus Gheorgheni in unseren Räumlichkeiten durch unsere Tierärzte kastrieren zu lassen, wenn Sie uns zusichern, das Töten von Straßenhunden sofort einzustellen. Wir bitten Sie höflichst, dieses Angebot anzunehmen, um dazu beizutragen, dass sich das Bild Rumäniens im Umgang mit seinen Straßentieren in der Öffentlichkeit wieder zum Positiven wendet und erwarten Ihre Antwort. Hochachtungsvoll Constanze Haag - 1. Vorsitzende des Freundeskreis Bruno-Pet e.V.
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